# Feuchtigkeitsmapping über acht Stunden

SleepBase by STOLL · https://matelas.lu/sleepbase/feuchtigkeitsmapping-ueber-acht-stunden

Recherchestand: 30. September 2026. Narrative Recherche, keine systematische Vollerhebung.

Eine Feuchtekarte braucht gleichzeitig Temperatur Zeit und Messort

Ein achtstündiges Mapping kann zeigen, wo sich Feuchte im Schlafsystem ansammelt und wie sie wieder abgegeben wird. Relative Luftfeuchte ist jedoch keine Schweißmenge. Die Begleitseite zeigt ein ausdrücklich hypothetisches räumliches Zeitmodell, das später durch reale Messdaten ersetzt werden kann.

## Die Bilanz der Feuchtigkeit

Wasser gelangt durch insensible Abgabe und situationsabhängiges Schwitzen in Kleidung, Laken, Bezug und Decke. Ein Anteil verdunstet, ein anderer wird sorbiert oder als Flüssigkeit transportiert. Die gespeicherte Menge ergibt sich aus Eintrag minus Abgabe. Sie ist nicht identisch mit der relativen Luftfeuchte eines kleinen Luftvolumens. Bei steigender Temperatur kann die relative Feuchte trotz gleicher absoluter Wassermenge sinken. Eine warme trockener erscheinende Sensorzone kann deshalb mehr Wasserdampf enthalten als eine kühlere Zone.

## Ein sinnvolles räumliches Raster

Für ein eigenes Protokoll werden Schulter, Rücken, Becken und Fußbereich sowie jeweils Kontaktfläche und eine tiefere Lage festgelegt. Ein zusätzlicher Raumsensor beschreibt die Randbedingung. Dünne Sensoren und ihre Leitungen dürfen den Kontakt nicht wesentlich verändern. Nach dem Aufstehen muss weitergemessen werden, weil die Rücktrocknung über den nächsten Nutzungstag entscheidet. Ein dichter Topper kann die Kontaktzone prägen, obwohl der Kern große Hohlräume besitzt. Methoden zur Wärme und Dampfübertragung von Unterlagen verdeutlichen die Notwendigkeit, den Aufbau als System zu betrachten. [1]

## Aus Zeitreihen wird erst dann eine Karte

Jeder Messpunkt benötigt eine Kalibrierung, Zeitstempel und Unsicherheit. Eine farbige Interpolation zwischen wenigen Punkten schafft keine neuen Messungen. Deshalb sollten die tatsächlichen Sensorpositionen sichtbar bleiben. Farbskalen bleiben über Zeit und Produkte identisch; automatisch wechselnde Skalen können kleine Unterschiede dramatisieren. Ein Achtstundenmodell mit vorgegebenem Eintrag und Trocknungsrate dient nur dazu, die Bilanz zu erklären. Es kann weder individuelle Schweißraten noch die Rangfolge von Latex und Federkern vorhersagen. Für Materialvergleiche wird zusätzlich die gravimetrische Wasseraufnahme einzelner Schichten bestimmt.

## Acht Stunden und die anschließende Trocknungsphase

Ein vereinfachtes Bilanzmodell kann pro Zone einen zeitlich konstanten Eintrag und eine von der gespeicherten Menge abhängige Abgabe annehmen. Es zeigt dann zunächst einen Anstieg, der sich einem Gleichgewicht annähert. Nach Ende des Eintrags fällt die gespeicherte Menge wieder ab. Dieses Modell erklärt eine mögliche Form des Verlaufs, nicht dessen reale Höhe. Die gezeigten Zonenwerte sind daher dimensionslose Modellgrößen und keine Prozentwerte der Luftfeuchte oder Gramm Schweiß. Für eine reale Kalibrierung wären gemessene Massenänderungen und Transportparameter nötig. Ein Produktvergleich sollte insbesondere prüfen, ob vor der folgenden Nacht wieder ein vergleichbarer Ausgangszustand erreicht wird.

## Vom Einzelmaterial zum vollständigen Aufbau

Ein Materialkennwert wird an einer definierten Probe erhoben. Im Bett wirken hingegen Bezug, Füllung, Verbindungsschichten, Kern, Unterfederung und Schutzauflage zusammen. Für eine belastbare Entwicklung sind deshalb zwei Versuchsreihen erforderlich. In der ersten wird eine Komponente bei sonst identischem Aufbau variiert. In der zweiten werden die tatsächlich angebotenen Gesamtsysteme verglichen. Die erste Reihe erklärt Ursachen; die zweite prüft die Nutzung. Beide Ergebnisse sollten im Datenblatt unterscheidbar bleiben.

Kompression verändert Dicke und Kontaktflächen und kann Strömungswege verschließen. Feuchtigkeit verändert die Benetzung, die Wärmeübertragung und teilweise das mechanische Verhalten. Eine Probe, die im trockenen Neuzustand gut abschneidet, ist deshalb noch nicht über ihre Nutzungsdauer charakterisiert. Für einen Vergleich werden Vorbehandlung, Raumklima, Belastung, Probenrichtung und Erholungszeit dokumentiert. Bei Naturmaterialien gehören Streuungen zwischen Chargen zum Ergebnis. Ein einzelner Spitzenwert bildet diese Streuung nicht ab.

## Alterung Pflege und nachvollziehbare Leistungsangaben

Ein eigener Prüfplan sollte mindestens den Neuzustand, einen definierten beanspruchten Zustand und die Erholung nach der Beanspruchung unterscheiden. Pflege erfolgt nach der tatsächlichen Freigabe des Produkts. Unzulässige Waschtemperaturen würden eher eine Fehlanwendung untersuchen als die vorgesehene Lebensdauer. Für nicht waschbare Kerne sind Feuchtewechsel, Kompressionszyklen und die Trennbarkeit austauschbarer Auflagen eigene Fragen. Messungen vor und nach der Pflege müssen dieselbe Methode verwenden.

Der Bericht nennt nicht nur Mittelwerte, sondern Einzelwerte, Streuung und erkennbare Ausfälle. Aus einer beschleunigten Laborbeanspruchung werden ohne validiertes Alterungsmodell keine exakten Alltagsjahre abgeleitet. Ein stärkerer Materialeffekt ist außerdem nicht zwangsläufig ein besserer Schlaf: Komfort, Beweglichkeit und Pflegeaufwand können Zielkonflikte erzeugen. Eine nachvollziehbare Leistungsangabe benennt daher die konkrete Eigenschaft und die Prüfbedingungen. Der anschließende Nutzertest prüft getrennt, ob diese Eigenschaft für die vorgesehene Personengruppe überhaupt relevant ist.

## Vergleich

### Kontaktzone

Beschreibt das unmittelbare Mikroklima

Grenze: Sensor kann die Kontaktstelle beeinflussen

### Kernzone

Zeigt verzögerten Transport

Grenze: Feuchtegehalt nicht direkt aus Prozentwert ableitbar

### Rücktrocknung

Erfasst die Abgabe nach der Nacht

Grenze: Benötigt längere Beobachtung als acht Stunden

## Messung

### Temperatur

Synchron an jedem Feuchtesensor

Grenze: Erforderlich zur Interpretation relativer Feuchte

### Wasseraufnahme

Masseänderung der Schicht

Grenze: Verdunstungsverluste während des Wiegens berücksichtigen

### Trocknungszeit

Zeit bis zu definiertem Ausgangszustand

Grenze: Kein universeller Grenzwert für alle Materialien

## Prüfplan

Zunächst wird ein beheizter Prüfkörper mit definierter Wasserzufuhr eingesetzt. Die Schichten werden vor und nach dem Versuch gewogen. Danach folgt ein Nutzertest mit unverändertem Raumklima und wechselnder Reihenfolge. Karten enthalten Skala, Uhrzeit, Sensorpunkte und einen Hinweis auf fehlende Werte. Einträge aus unterschiedlichen Nächten werden nicht als gleichzeitiges Bild zusammengesetzt.

## Beratung

STOLL kann ein Mapping als Entwicklungs und Beratungsinstrument nutzen, wenn gemessene Daten und Simulation sichtbar getrennt bleiben. Der Nutzen besteht darin, einen Transportengpass zu lokalisieren. Eine farbige Fläche allein beweist weder Schimmelrisiko noch gesunden Schlaf.

## Quellen

1. [Heat transfer and water vapour permeability of patient support systems](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10717550/) — Methodische Primärarbeit zu Unterlagen; kein direkter Vergleich aller Wohnmatratzen.

2. [Emission rate of carbon dioxide while sleeping](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34337798/) — Methodische Analogie einer Stoffbilanz; CO2 Emission ist kein Maß für Schweiß.

